Die richtige Trinktemperatur: So schmeckt jeder Wein am besten

Kaum etwas beeinflusst den Geschmack eines Weins so sehr wie seine Temperatur. Ein paar Grad zu warm oder zu kalt – und selbst der beste Tropfen verschliesst sich. Mit dem richtigen Wissen holen Sie aus jeder Flasche das Beste heraus.

Warum die Temperatur entscheidet

Temperatur steuert, welche Aromen wir wahrnehmen. Zu kalt serviert, wirkt ein Wein verschlossen, seine Frucht verstummt und die Säure tritt hart hervor. Zu warm, und der Alkohol drängt sich in den Vordergrund, der Wein wirkt plump und müde. Die ideale Temperatur ist ein Gleichgewicht: kühl genug für Frische, warm genug für Aroma. Die gute Nachricht – die Regeln sind einfach zu merken.

Die wichtigsten Richtwerte

Als Faustregel gilt: Je leichter und frischer der Wein, desto kühler. Schaumweine und Champagner serviert man bei 6 bis 8 Grad, leichte, frische Weissweine bei 8 bis 10 Grad, kräftige und gereifte Weisse bei 10 bis 12 Grad. Bei den Roten gilt: leichte Rotweine bei 14 bis 16 Grad, kräftige, tanninreiche Rotweine bei 16 bis 18 Grad. Die oft zitierte Zimmertemperatur meint übrigens die kühlen Räume früherer Zeiten – nicht die geheizten 22 Grad von heute.

Drei Weine, drei Temperaturen

  • Ciccilla Prosecco Extra Dry Treviso DOC – gut gekühlt bei 6 bis 8 Grad zeigt der Prosecco seine feine Perlage und frische Frucht. Zu warm verliert er sein Prickeln.
  • Pinot Grigio Venezie DOC – bei 8 bis 10 Grad bleibt der leichte Weisswein knackig und klar. Ein paar Grad wärmer, und seine Zitrusfrische verblasst.
  • Del Conte Barolo DOCG – der grosse Rote entfaltet sich bei 16 bis 18 Grad. So zeigen sich Frucht und Eleganz, ohne dass der Alkohol hervortritt.

Praktische Tipps für jeden Tag

Holen Sie Weissweine rund 20 Minuten vor dem Servieren aus dem Kühlschrank – dort sind meist nur 5 Grad, das ist zu kalt. Rotweine hingegen stellen Sie im Sommer ruhig kurz in den Kühlschrank, denn 22 Grad Raumtemperatur sind oft zu warm. Ein Eiskübel mit Wasser und Eis kühlt Schaumwein in wenigen Minuten. Und ein Weinthermometer am Glas hilft, bis Sie das Gefühl im Handgelenk haben.

Vertrauen Sie Ihrem Gaumen

Die Richtwerte sind ein Kompass, kein Gesetz. Wenn Ihnen ein Rotwein im Sommer leicht gekühlt besser schmeckt, ist das völlig richtig. Probieren Sie denselben Wein bei verschiedenen Temperaturen, und Sie werden erleben, wie er sich verändert. Am Ende zählt nur eines: dass der Wein Ihnen schmeckt.

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