Wein zum Grillen
Wenn die Glut zu flüstern beginnt und der Duft von gegrilltem Fleisch durch den lauen Sommerabend zieht, verlangt der Moment nach einem Wein, der mithalten kann: kraftvoll, sonnengereift und voller Charakter.
Vom Feuer geküsst
Grillen ist Urinstinkt und Hochgenuss zugleich. Die Röstaromen, das geschmorte Fett, die rauchige Kruste – all das entfaltet eine Intensität, an der ein zarter Wein zerbrechen würde. Was es braucht, ist ein Gegenüber auf Augenhöhe: ein Rotwein mit Struktur, reifen Tanninen und einer Frucht, die der Hitze des Grills standhält. Erst dann wird aus Wein und Fleisch ein Dialog statt eines Wettstreits.
Kraft, Frucht und mediterrane Wärme
Die grossen Grillweine kommen aus den sonnenverwöhnten Lagen dieser Welt. Apuliens Primitivo bringt samtige Fülle und Noten von Brombeere und Lakritze mit. Argentiniens Malbec, gross geworden in der Höhe der Anden, verbindet dunkle Frucht mit feinem Würzschmelz – der klassische Begleiter zum Steak. Und der venezianische Amarone, aus angetrockneten Trauben gekeltert, setzt mit seiner konzentrierten Opulenz das Ausrufezeichen für den grossen Abend.
Unsere Empfehlungen vom Grill
- Sessantanni Primitivo di Manduria – ein Primitivo von alten Reben, dicht und samtig, mit Aromen von eingekochter Pflaume, Kakao und süssem Tabak. Der ideale Partner für Spareribs und glasierte Koteletts.
- 1884 Malbec Mendoza – argentinischer Klassiker aus den Höhenlagen Mendozas: saftige dunkle Frucht, samtige Tannine, ein Hauch Vanille. Wie geschaffen für ein blutiges Entrecôte.
- Amarone della Valpolicella Classico DOCG – die königliche Wahl, aus rosinierten Trauben gekeltert: mächtig, vielschichtig, mit Noten von Dörrkirsche und Schokolade. Für den grossen Grillabend mit Lamm oder gereiftem Rind.
Food-Pairing am Grill
Zu kräftig gegrilltem Rindfleisch und T-Bone-Steaks greifen Sie zum Malbec oder Amarone – ihre Tannine schneiden durch das Fett. Lamm und Wild lieben die würzige Tiefe des Amarone. Schweinskoteletts, Spareribs und alles, was klebrig-süss glasiert ist, harmoniert wunderbar mit der weichen Frucht des Primitivo. Auch gegrilltes Gemüse, Auberginen und Portobello-Pilze finden in diesen Weinen einen warmen Begleiter.
Der richtige Serviertipp
Kräftige Rotweine zeigen sich bei 16 bis 18 Grad von ihrer besten Seite – also eine Spur kühler als die laue Sommernacht. Öffnen Sie die Flasche eine Stunde vorher oder dekantieren Sie den Amarone, damit er sich entfalten kann. Ein grosses, bauchiges Glas tut das Übrige und schenkt jedem Schluck mehr Raum.
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